COVID-19: Massnahmenpaket - Welche Hilfsmassnahmen kommen & wer davon profitiert

COVID-19-ACT: Which Aid Measures are coming & who benefits

EU - EWR - Liechtenstein

[English below]

Mit 23.03.2020 tritt das Massnahmenpaket der Regierung in Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie, das vom Liechtensteinischen Landtag aufgrund der Dringlichkeit im Eilverfahren bereits beschlossen wurde, in Kraft. Ziel der teils umfangreichen Gesetzesänderungen ist die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Milderung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie.

Nachstehend haben wir für Sie die wichtigsten Massnahmen zusammengefasst:

Ausfallsgarantie für liquiditätssichernde Kredite:

Da viele Unternehmen aufgrund von Umsatzeinbussen im Rahmen der COVID-19-Pandemie mit Liquiditätsengpässen zu kämpfen haben, müssen diese durch Notkredite ihre Liquidität und wirtschaftliche Existenz sichern. Da Kredite oftmals nur gegen Sicherheiten vergeben werden, gewährt das Fürstentum Liechtenstein im Rahmen des neuen Ausfallgarantiegesetzes eine Ausfallsgarantie zugunsten der Liechtensteinischen Landesbank mit einem Gesamtvolumen von CHF 25‘000‘000.

Die Hürden für die Inanspruchnahme der Ausfallsgarantie für Unternehmen sind relativ niedrig. In Frage kommen Unternehmen mit Sitz im Fürstentum Liechtenstein, die eine Gewerbebewilligung und eine Geschäftstätigkeit im Inland im letzten Geschäftsjahr vorweisen können (Art. 3 Abs. 1 Ausfallgarantiegesetz). Zudem muss glaubhaft dargelegt werden, wie der Betrieb durch den Kredit aufrechterhalten werden soll und wie die Verzinsung sowie die Rückzahlung geplant ist. Ausgenommen sind Unternehmen, über die in den letzten 3 Jahren der Konkurs eröffnet wurde bzw. bei welchen eine rechtskräftige Abweisung eines Antrages auf Konkurseröffnung wegen fehlenden kostendeckenden Vermögen in den letzten 3 Jahren vorliegt (Art. 3 Abs 2 Ausfallgarantiegesetz).

Die Höhe der Garantie beträgt bis zu 20% der Gesamtlohnsumme des letzten Geschäftsjahres, maximal jedoch CHF 300‘000. In Ausnahmefällen kann dieser Höchstbetrag sogar verdoppelt werden. Der Antrag ist schriftlich beim Amt für Volkswirtschaft einzubringen. Diese Massnahme gilt vorläufig bis zum 30.06.2020.

Möglichkeit der Kurzarbeit: 

Bisher gab es im Fürstentum Liechtenstein keinen Rechtsanspruch auf Ausrichtung einer Kurzarbeitsentschädigung im Falle einer Pandemie und den damit einhergehenden behördlichen Restriktionen. Mit dem Erlass der Verordnung über die Ausrichtung der Kurzarbeitsentschädigung zum Ausgleich der wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus (COVID-19) wurde diese Möglichkeit geschaffen (siehe dazu Blogbeitrag zur Kurzarbeit).

Um eine reibungslose Auszahlung zu gewährleisten, werden der Liechtensteinischen Arbeitslosenversicherungskasse CHF 100‘000‘000 von der Regierung zur Verfügung gestellt.

Direkthilfen für Unternehmen: 

Betriebe, die aufgrund behördlicher Anordnung geschlossen wurden, können einen Antrag auf Betriebskostenzuschuss stellen. Einzige Voraussetzung ist die bereits erfolgte Gewährung einer Kurzarbeitsentschädigung. Die Höhe des Betriebskostenzuschusses beträgt 20% des anrechenbaren Verdienstentfalles. Zusammen mit der Kurzarbeitsentschädigung ergibt sich somit ein Ersatz des anrechenbaren Verdienstentfalles von bis zu 80%.

Einzel- oder Kleinstunternehmen (im Sinne des Art. 1064 Abs. 1a PGR), die nicht berechtigt sind, Kurzarbeitsentschädigung zu beziehen, jedoch vom Arbeitsausfall und damit einhergehenden wirtschaftlichen Problemen betroffen sind, erhalten auf Antrag einen staatlichen Zuschuss von maximal CHF 4‘000 pro Unternehmen und Monat. Der Zuschuss muss nicht zurückbezahlt werden.

Für Institutionen, welche die genannten Hilfsmassnahmen nicht in Anspruch nehmen können, wie z.B. Kultur- oder Sportinstitutionen, werden seitens der Regierung Härtefallbeiträge angedacht, die sich noch in Ausarbeitung befinden. Ebenso verhält es sich mit der teilweisen Rückerstattung der Kosten für behördlich untersagte Veranstaltungen.

Flankierende Massnahmen: 

Gemäss Art. 80 Mehrwertsteuergesetz besteht für Unternehmen mit Liquiditätsengpässen die Möglichkeit, Zahlungserleichterungen zu beantragen. Diese umfassen die Erstreckung der Zahlungsfrist und Ratenzahlung. In diesem Zusammenhang wird auch angedacht, Verzugszinsen für ausständige Steuerzahlungen zu kürzen oder auf Null zu senken. Eine Entscheidung diesbezüglich steht allerdings noch aus.

In Hinblick auf zu leistende Sozialversicherungsbeiträge (AH/IV/FAK) können gemäss Art. 32 AHVV im Rahmen gesunkener Lohnsummen aufgrund der COVID-19-Pandemie die Beiträge angepasst werden. Darüber hinaus kann ein Zahlungsaufschub beantragt werden, wenn der Beitragspflichtige (Arbeitgeber) einer Ratenzahlung zustimmt, die erste Rate sofort leistet und begründete Aussicht auf Entrichtung der weiteren Raten und künftigen Beiträgen besteht.

Haben Sie hierzu Fragen oder benötigen Sie Hilfe?

Wir stehen Ihnen gerne telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung.

COVID-19-Act: WHICH AID MEASURES ARE COMING & WHO BENEFITS

On March 23, 2020, the Government's package of measures in connection with the economic consequences of the COVID-19 pandemic, which has already been approved by the Parliament of Liechtenstein in an urgent procedure, will come into force. The goal of the legislative changes is to secure employment and mitigate the economic consequences of the pandemic.

Below we have summarised the most important measures for you:

Default in payment guarantee for loans securing liquidity:

Since many companies are facing liquidity shortages due to lost sales in connection with the COVID-19 pandemic, they have to secure their liquidity and economic existence through emergency loans. Since loans are often only granted against collateral, the Principality of Liechtenstein grants a default in payment guarantee in favour of the National Bank of Liechtenstein with a total volume of CHF 25'000'000.

The hurdles for companies to make use of the default in payment guarantee are relatively low. Companies domiciled in the Principality of Liechtenstein are eligible if they have a business licence and have carried out business activities in Liechtenstein in the last financial year (Art. 3 para. 1 Deficiency Guarantee Act). In addition, it must be credibly demonstrated how the business is kept running by the means of the loan and how the interest payment and repayment are planned. Exceptions are companies which have been declared bankrupt within the last 3 years or which have had their application for bankruptcy dismissed with final and absolute effect due to lack of cost-covering assets within the last 3 years (Art. 3 para. 2 Deficiency Guarantee Act).

The amount of the guarantee is up to 20% of the total wage bill for the last financial year, up to a maximum of CHF 300'000. In exceptional cases, this maximum amount can be even doubled. The application must be submitted in writing to the Office of Economics (AVW). This measure is provisionally valid until June 30, 2020.

Possibility of Short-Time-Working:

Up to now, the Principality of Liechtenstein has not had a legal right to payment of compensation for short-time-working in the event of a pandemic and the associated official restrictions. This possibility was created with the adoption of the regulation on payment of short-time-working compensation (see blog post on short-time-work).

In order to ensure a smooth payment, the Liechtenstein Unemployment-Insurance-Fund is provided with CHF 100'000'000 by the government.

Direct aid for companies:

Companies which have been closed by administrative order may submit an application for an operating expenses government grant. The only condition is that short-time-working compensation has already been granted. The amount of the operating subsidy is 20% of the creditable loss of earnings. Together with the short-time-working compensation this results in a compensation of up to 80% of the creditable loss of earnings.

Small or micro enterprises (within the meaning of Art. 1064 para. 1a PGR) that are not entitled to receive compensation for short-time-working but are affected by the loss of work and associated economic problems will receive a state subsidy of up to CHF 4'000 per enterprise and month upon application. The subsidy does not have to be repaid.

For institutions that cannot benefit from the above-mentioned aid measures, such as cultural or sports institutions, the government is considering hardship contributions, which are still being drafted. The same applies to the partial reimbursement of costs for events prohibited by the authorities.

Additional measures:

According to Art. 80 of the VAT Act, companies with liquidity shortage have the possibility to apply for payment relief. These include the extension of the payment deadline and payment by instalments. In this context, it is also being considered to reduce or eliminate default interest on outstanding tax payments. However, a decision on this is still pending.

With regard to social security contributions (AHV/IV/FAK), Art. 32 AHVV allows for contributions to be adjusted in the context of reduced wage totals due to the COVID-19 pandemic. In addition, a deferment of payment can be requested if the contributor (employer) agrees to payment in instalments, pays the first instalment immediately and there is a reasonable prospect of payment of the other instalments and future contributions.

Do you have any questions or do you need help?

We are pleased to be at your service by phone or via e-mail.

Zurück

Nach oben Blog