Mitarbeiterbeteiligungsmodelle – ein Überblick

 

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Beteiligungen von Mitarbeitern am Unternehmen des Arbeitgebers werden immer beliebter und können in unterschiedlichster Form ausgestaltet sein. Solche Mitarbeiterbeteiligungen können etwa von rein schuldrechtlichen Beteiligungen am Gewinn und/oder Liquidationserlös des Arbeitgebers bis hin zu stimmberechtigten Aktien reichen.

Nachfolgend fassen wir die gängigsten Beteiligungsmodelle vereinfacht kurz zusammen, wobei davon ausgegangen wird, dass der Arbeitgeber als liechtensteinischen Aktiengesellschaft (AG) firmiert:

1. Virtual Stock Option Programme (VSOP)

Die Statuten einer liechtensteinischen Aktiengesellschaft (AG) können die Schaffung von Genussscheinen u.a. zugunsten von Mitarbeitern vorsehen.

Durch einen Genussschein kann dem Mitarbeiter ein Anspruch auf einen Anteil am Bilanzgewinn, am Liquidationsergebnis oder auf den Bezug neuer Aktien verliehen werden.

Bei einem Genussschein handelt es sich um kein Mitgliedschaftsrecht, sondern um einen schuldrechtlichen Anspruch des Mitarbeiters gegenüber der AG. Aus diesem Grund ist auch keine Einlage zu erbringen und die Reche eines solchen Genussscheines können weitgehend frei gestaltet werden.

2. Arbeitsaktien

Eine AG kann in den Statuten auch die Ausgabe von sogenannten „Arbeitsaktien“ an ihre Mitarbeiter vorsehen.

Diese Arbeitsaktien werden ohne Einzahlung der Einlage an die Mitarbeiter der AG ausgegeben. Die Einlage wird später durch Verrechnung mit dem Dividendenanspruch der Arbeitsaktie erbracht.

Sobald 25% der Einlage (durch die Verrechnung mit dem Dividendenanspruch) einbezahlt sind, wird die Kapitalerhöhung in das Handelsregister eingetragen und die Aktionäre der Arbeitsaktien erhalten ihr Stimmrecht.

Mit der Volleinzahlung wird die Arbeitsaktie in eine „normal“ Aktie umgetauscht.

3. Optionsrecht (ESOP)

Eine weitere Möglichkeit zur Mitarbeiterbeteiligung besteht in der Ausgabe von Optionsrechten.

In diesem Fall erhalten die Mitarbeiter ein Optionsrecht auf den zukünftigen Erwerb von Aktien oder Partizipationsscheinen an der AG.

Diesbezüglich bestehen grundsätzlich die folgenden Möglichkeiten:

1.
Bei einer bedingten Kapitalerhöhung kann die AG bereits in den Statuten vorsehen, dass das Kapital mit Ausübung der Option durch den Mitarbeiter automatisch erhöht wird;

2.
Alternativ bedarf es eines Beschlusses der Generalversammlung zur Kaptalerhöhung; in diesem Fall empfiehlt sich der Abschluss eines Aktionärsbindungsvertrages zur Regelung des Stimmrechts der Aktionäre.

Unabhängig davon, welche der beiden obigen Varianten gewählt wird, hat der Mitarbeiter bei Ausübung der Option die Einlage für die Aktien oder den Partizipationsschein zu erbringen.

 

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Employee participation programs - an overview

Employee participation programs are becoming increasingly popular and can take a wide variety of forms. Such employee participation programs may range, for example, from purely debt-based participation in the employer's profits and/or liquidation proceeds to ordinary voting shares.

In the following, we briefly summarize the most common employee participation programs in simplified form, whereby it is assumed that the employer operates as a Liechtenstein stock corporation (AG):

1. Virtual Stock Option Program (VSOP)

The Articles of Association of a Liechtenstein stock corporation (AG) may provide for the creation of profit participation certificates (“Genusscheine”) for the benefit of employees, among others.

A profit participation certificate may entitle the employee to a share in the balance sheet profit or in the liquidation result or to subscribe to new shares.

A profit participation certificate is not a membership right but a claim under the law of obligations of the employee vis-à-vis the AG. For this reason, no contribution is required and the rights of such a profit participation certificate can be largely freely structured.

2. Working Shares

An AG may also provide in its Articles of Association for the issuance of so-called "working shares" to its employees.

These working shares are issued to the employees of the AG without payment of a contribution. The contribution is made by offsetting it against the dividend entitlement of the working shares.

As soon as 25% of the contribution is paid in (by offsetting against the dividend entitlement), the capital increase is entered in the Commercial Register and the shareholders of the working shares receive their voting rights.

Upon full payment of the contribution, the working share is exchanged for an "ordinary" share.

3. Option Right (ESOP)

Another option for employee participation is the issuance of option rights.

In this case, employees receive an option right to acquire shares or participation certificates of the AG in the future.

In principle, the following options exist in this respect:

1.
In the case of a conditional capital increase, the AG can already provide in the Articles of Association that the capital will be increased upon exercise of the option right by the employee;

2.
Alternatively, a resolution of the General Meeting is required for such capital increase. In this case, it is advisable to conclude a shareholders' agreement to regulate the voting rights of the shareholders.

Regardless of which of the two options above is chosen, the employee has to make the contribution for the shares or the participation certificate when exercising the option.

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